Warum sich der Wirtschaftsminister über sinkende Ölpreise Sorgen macht
Veröffentlicht
von
Yves Greis
am 02/04/2025 um 12:04

Verbraucher in Luxemburg können sich in naher Zukunft auf sinkende Preise für Treibstoff und Heizöl einstellen. Grund dafür ist die Entscheidung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+), die Fördermenge “progressiv aber deutlich” zu erhöhen. Bereits am Dienstag führte dies zu einem Rückgang der Rohölpreise.
„Das ist eine gute Nachricht für Verbraucher, die auf fossile Brennstoffe für Mobilität und Heizung angewiesen sind. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie abhängig wir von den Entscheidungen anderer Länder sind“, erklärte Wirtschaftsminister Lex Delles (DP) in einer Fragestunde im Parlament.
In Luxemburg wird ein Höchstpreis für Treibstoff festgelegt, den die meisten Tankstellen verlangen – oder nur minimal unterschreiten. Dieser Höchstpreis basiert auf mehreren Faktoren: Neben dem an der Börse gehandelten Rohölpreis spielen auch Angebot, Nachfrage und Lagerkapazitäten eine Rolle. „Wenn die Fördermenge stark steigt, wirkt sich das selbstverständlich auf den Preis aus“, betonte Delles.
Die aktuelle Entwicklung verdeutlicht erneut Luxemburgs starke Abhängigkeit von den Entscheidungen der OPEC+-Länder. „Die EU hatte kein Mitspracherecht, als diese Staaten beschlossen, die Fördermenge zu erhöhen“, so Delles weiter. Er plädiert für eine stärkere Unabhängigkeit der EU und Luxemburgs in Energiefragen.
Autonomie aus Ampere
Der Minister unterstrich im Parlament die Vorteile der Elektrifizierung – sowohl beim Heizen mit Wärmepumpen als auch bei der Elektromobilität. „Im Schnitt ist die Elektromobilität pro Kilometer nach wie vor am günstigsten. Zudem ist Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage quasi kostenlos“, erklärte Delles – wenn man sich eine solche Anlage erst einmal angeschaft hat natürlich.
Der Minister unterstrich die Autonomie die Kunden durch dies technichen Erungenschaften erhalten. “Der Kunde kann selber Entscheiden wo er seinen Strom einkauft, oder ob er sich eine PV-Analge zulegen will. Damit ist er weniger von Entscheidungen, die in Drittstaaten getroffen werden, abhängig.”
Die Regierung – und nach Delles’ Einschätzung auch das Parlament – verfolge das klare Ziel, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen. „Dabei geht es nicht nur um Klimaschutz, Dekarbonisierung und die Reduzierung von CO₂-Emissionen, sondern auch um strategische Überlegungen, um Europa unabhängiger zu machen“, so der Minister Lex Delles im Parlament bei seiner Antwort auf eine Frage des Abgeordneten Mars Di Bartolomeo (LSAP). Dieser vermutet, dass die OPEC+ ihre Produktion ausgeweitet habe, “um im globalen Wettlauf der Energieträger konkurrenzfähig zu bleiben.”
- Zu lesen> Vergleich der Kraftstoffpreise in Luxemburg, Frankreich, Belgien & Deutschland am 27. März
Für Luxemburg wird in den nächsten Jahren ein starker Rückgang der Verkaufsmenge an den Zapfsäulen erwarter. Heute sind es noch 1,84 Milliarden Liter die verkauft werden. Bis 2028 wird sich ein Rückgang von 120 Millionen Litern erwartet. Zum Teil auch wegen der Elektrifizierung des Fuhrparks.
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