Die Luxemburger Justiz hat ein Gespür für das Geschäftliche
Veröffentlicht
von
Patrick Jacquemot
am 02/04/2025 um 07:04

Normalerweise ergeht die Gerechtigkeit durch den Hammerschlag des Richters. Jetzt erklingt auch der Klang des Hammers der… Versteigerer. So wurde bereits im Sommer 2024 eine Auktion zugunsten des “Bureau de gestion des avoirs” (BGA) organisiert. Der Verkauf von 147 Luxusuhren, ermöglichte es, 1,8 Millionen Euro in die Kassen dieser luxemburgischen Einrichtung zu spülen, die „für die Verwaltung aller Beträge oder Guthaben zuständig ist, die auf einem Konto gutgeschrieben, sowie Forderungen oder virtuelle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Strafverfahrens in Luxemburg beschlagnahmt wurden.“
Am Samstag, den 29. März, fand im Casino 2000 in Mondorf-les-Bains eine neue Auktion von 202 Luxusuhren statt. Und wieder einmal war die Operation lukrativ. So kamen diesmal 2,4 Mio. € zusammen. Eine “fette Beute” ergatterte man beim Verkauf von 198 Modellen, die von großen Uhrmachern stammten, vom Meistbietenden…
Es kann gut sein, dass die BGA neue Auktionen veranstaltet. In ihren Lagern befinden sich nämlich bereits eine Reihe von Goldschmiedearbeiten. Beginnend mit einem Teil der vom luxemburgischen Immobilieninvestor Flavio Becca beschlagnahmten “Sammlung” (mehr als 800 Modelle!), die nach Ansicht des Richters über die Unternehmen des Geschäftsmannes und nicht mit seinen persönlichen Mitteln erworben worden waren.
In den öffentlichen Kassen
Das “Bureau de gestion des avoirs”, das als “wichtiger Akteur im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Luxemburg” gilt, hat die Aufgabe, Gelder und Vermögenswerte zu verwalten, die in Strafsachen beschlagnahmt wurden. Sie soll dafür sorgen, dass dieses Geld, Immobilien, Fahrzeuge, Wertsachen, Kryptowährungen und andere erhalten bleiben. Oder sogar an Wert zulegen.
Ordnet ein Gericht die Einziehung (oder Rückgabe) von Vermögenswerten an, sorgt das BGA dafür, dass diese Entscheidungen vollstreckt werden.
Wenn das “Bureau” das beschlagnahmte Eigentum zum Verkauf anbietet, fließt das Geld zurück in die öffentlichen Kassen. Ein Teil davon ist für Initiativen zur Verbrechensbekämpfung oder die Finanzierung der Ermittlungskräfte der Polizei vorgesehen. Der Rest fällt in die Staatskasse und wird zur Finanzierung der öffentlichen Dienstleistungen im Großherzogtum verwendet.
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