Wäre alles wie vereinbart verlaufen, würden die Verantwortlichen der André-Losch-Stiftung und der Universität an der Gästeliste für die Einweihung ihres gemeinsamen Projekts feilen. Aber “The Cloud” ist noch nicht bereit, Studierende, Lehrkräfte und die Öffentlichkeit zu empfangen… Es ist noch nicht einmal gebaut worden. Bislang  existieren bloß die Pläne, die von Fabeck Architectes gezeichnet wurden. Schuld daran ist… die Inflation, insbesondere die steigenden Kosten für den Bau eines solchen Gebäudes.

Mit den zugesagten 21 Millionen Euro glaubte die Stiftung, 100 % des Kostenvoranschlags für den Bau des Gebäudes auf dem Kirchberg bereitgestellt zu haben. Es soll einen XXL-Hörsaal für die Universität (450 Plätze), Klassenräume, zwei Hörsäle, Verpflegungs- und Praxisräume umfassen sollte. Das stimmte vor einigen Jahren zwar noch, aber die geschätzten Baukosten schwollen schließlich zusehends an. „Infolge der Ausführungsstudien hat sich das ursprüngliche Budget mehr als verdoppelt. Am 23. Januar dieses Jahres wurde daher beschlossen, das Architekturprojekt nicht weiter zu verfolgen“, berichtet Daniela Ragni, Direktorin der Stiftung.

Die Enttäuschung der Uni war groß. Doch der großzügige Geldgeber stimmte sofort zu, dass dieser Rückzug „zugunsten eines neuen, noch zu definierenden architektonischen Projekts“ erfolgen würde. Ein Trost also.

Bisher haben sich die beiden Partner noch nicht auf eine gemeinsame Initiative geeinigt. Die Stiftung beruhigt jedoch: „Ihr Wille und ihr Engagement, ein Auditorium für den Standort der Universität Luxemburg auf dem Kirchberg zu bauen“, ist nach wie vor ungebrochen.

Diesmal stellt der Mäzen jedoch klar, dass „die Kosten im Griff behalten und im Rahmen des geplanten Budget bleiben sollen. Gleichzeitig soll ein nachhaltiger Ansatz in Bezug auf den ökologischen Fußabdruck verfolgen werden“.

Die Direktorin betonte, dass es für die gemeinnützige Organisation „nicht sinnvoll sei, Mittel in dieser Größenordnung auf ein einziges Immobilienprojekt zu konzentrieren“. An guten Zwecken mangelt es der 2009 gegründeten Wohltätigkeitsorganisation nicht.

So hat die André-Losch-Stiftung im vergangenen Jahr rund 5,5 Millionen Euro an verschiedene Zwecke ausgezahlt. Gemäß ihrer Richtlinien wurde diese Summe unter mehreren Partnern aufgeteilt, die in Projekten tätig sind, die der Jugend zugute kommen. Von Maßnahmen im Bereich der Eingliederung gefährdeter Kinder über die Förderung der Staatskunde oder der nachhaltigen Entwicklung bis hin zur naturwissenschaftlichen Bildung – stellte sie ihre Großzügigkeit unter Beweis. Auch die Uni wird später ihren Teil dazu beitragen.

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