Dunkle Wolken über dem Einzelhandel in Saarbrücken
Veröffentlicht
von
Fabio De Aguiar
am 06/11/2023 um 17:11

In den letzten Wochen kommt es knüppeldick für die Wirtschaft in Saarbrücken und Umgebung mit einer negativen Schlagzeile nach der nächsten. Ende Oktober kamen erst die Informationen, dass die 7.000 Jobs bei ZF Saarbrücken in Gefahr sind und ein ebenfalls großer Stellenabbau geplant ist beim Michelin-Werk in Homburg!
Jetzt ist auch noch Alocalo in die Insolvenz gerutscht und der Manager, der den Saarbrücker Kaufhof wiederbeleben soll, wird per Haftbefehl gesucht… Es ist ein besorgniserregender Anstieg von Insolvenzen, Liquidationen und Stellenabbau im Saarland festzustellen.
Alocalo – Es bleibt vorerst bei der guten Idee
Die Idee dahinter war es, Käufer von Amazon oder Zalando wieder zurück zum lokalen Handel zu lenken und sich so gegen die Online-Giganten zu wehren, aus Sicht des Einzelhandels. Am Freitag dann die bittere Nachricht, dass das Unternehmen Insolvenz gemeldet hat. Die Hälfte der Belegschaft habe das Unternehmen schon verlassen.
Das European Innovation Council (kurz: EIC) förderte das aus dem Saarland stammende Projekt noch mit 2,3 Millionen Euro im letzten Jahr. Rund eine Million hat Alocalo davon verbraucht. Der Rest ist tabu, denn mit der Insolvenz ist jetzt auch das EU-Geld gesperrt. Der Insolvenzverwalter zitiert, dass die Idee eventuell noch zu retten ist, für den Fall, dass ein Investor das Projekt abkauft.
Haftbefehl gegen Kaufhof-Investor
Die Wiedereröffnung des Kaufhof-Gebäudes in der Bahnhofstraße unter dem neuen Namen war eigentlich für September, später für Mitte Oktober geplant, laut Friedrich-Wilhelm Göbel, der Vorstandsvorsitzende der Aachener Gruppe. Der Dortmunder Textil-Unternehmer gab zuletzt den 17. November also möglichen Starttermin an, doch die Fragezeichen ob dies tatsächlich der Fall sein wird, werden immer dicker…
- Zu lesen> 7.000 Jobs in Gefahr bei ZF Saarbrücken!
Denn mittlerweile liegt Haftbefehl gegen den Investor vor. Laut der Bild-Zeitung sei er am Donnerstag nicht zu einem Gerichtstermin im westfälischen Hagen erschienen. Das Amtsgericht sieht nun eine akute Fluchtgefahr des Angeklagten in der Angelegenheit. Hintergründe sind eine falsche eidesstattliche Versicherung, angebliche Falschaussagen und ein Führerscheindelikt.
Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft sind das alles anderes als freudige Nachrichten für den Einzelhandel im Saarland.
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