Deutschland: Einsparungen reichen nicht aus | Luxemburg: wohl vorbereitet
Veröffentlicht
von
Helge Germeshausen
am 14/12/2022 um 06:12

Das Großherzogtum indes sei vorbereitet und weniger besorgt als andere Länder, wie der luxemburgische Energieminister Turmes bei einer Pressekonferenz mitteilte. Auf allen Ebenen sei sich Luxemburg der aktuellen Energiekrise in Europa bewusst, machte Energieminister Claude Turmes (Déi Gréng) bei einer Pressekonferenz mit dem Energieversorger Creos deutlich.
Um das luxemburgische Stromnetz bei Engpässen zu entlasten, müssten Teile des Netzes im Worst-Case-Szenario abgeschaltet werden.
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Mit dem Winter steht zwar die heiße Sparphase bei Gas und Strom erst bevor, doch das Großherzogtum scheint gegen Blackouts gewappnet zu sein: “Ich bin nicht besorgt, denn wir haben viel gearbeitet”, meinte Turmes. In den vergangenen Wochen habe man sich an einen Tisch gesetzt, um zu überprüfen, ob alle, einschließlich der Wirtschaftsakteure, für den – laut des Energieministers unwahrscheinlichen – Fall der Fälle gut vorbereitet seien.
Des Weiteren haben das Ministerium und Creos den ‘StroumMonitor‘ entwickelt, ein neues Online-Tool, das auf der Seite von Creos in Echtzeit den nationalen Stromverbrauch anzeigt.
Situation in Deutschland
In Deutschland hat die Bundesnetzagentur die Menschen aufgefordert, mehr Gas zu sparen, als sie es derzeit tun. „Aktuell liegen die Einsparungen insgesamt nur noch bei 13 %“, sagte der Präsident der Behörde, Klaus Müller, dem „Tagesspiegel“ vom Montag. Die Bundesnetzagentur hält jedoch Einsparungen von 20 % für nötig.
Derzeit seien die Gasspeicher mit einem Füllstand von 95 % besser gefüllt denn je. Zudem sei Deutschland deutlich besser vorbereitet als im Sommer. „Wir bekommen jetzt Gas aus verschiedenen Quellen, wir haben bald drei Terminals für Flüssiggas, aus Norwegen und Holland, über Belgien und auch über Frankreich werden wir gut beliefert“, sagte Müller.
Eine längere Kältewelle sei aber dennoch riskant. „Bei Temperaturen von minus zehn Grad schießt der Gasverbrauch in die Höhe“, hob er hervor.
„Weckruf für die Bundesregierung“
Auch nach Ansicht des stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Andreas Jung ist die Gefahr einer Gasmangellage „trotz voller Speicher nicht vom Tisch“. Risikofaktoren seien ein kalter Winter, zu wenig Flüssiggaslieferungen und ein zu hoher Verbrauch. „Noch hat der Frost (…) nicht hart zugeschlagen“, sagte der energiepolitische Sprecher der Unionsfraktion den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Trotzdem wurde das Sparziel vergangene Woche deutlich verfehlt.
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„Das muss ein Weckruf für die Bundesregierung sein. Es muss kurzfristig gehandelt und stärker sensibilisiert werden“, sagte Jung und forderte einen Aufruf des Bundeskanzlers an die Bevölkerung, mehr Energie zu sparen. Nötig sei nun „eine sehr klare Kommunikation der Bundesregierung: Jeder Beitrag beim Energiesparen zählt!“, so Jung.
Stromausfälle durch Heizlüfter?
Befürchtungen, massenhaft betriebene Heizlüfter könnten Stromausfälle auslösen, haben sich aus Sicht der Bundesnetzagentur indes nicht bewahrheitet. „Wir haben die Verkaufszahlen bei den Heizlüftern gesehen“, sagte Bundesnetzagentur-Chef Müller. „Aber das Gute ist: Die Geräte werden nicht eingeschaltet. Sie stehen im Keller“, fügte er hinzu.
Im November, als es vorübergehend kalt gewesen sei, hätten die Menschen auf die „dumme und teure Idee kommen können, statt mit Gas mit Strom zu heizen. Zum Glück hat das kaum jemand gemacht“, sagte Müller.
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