In einigen Bereichen sucht Luxemburg händeringend nach qualifiziertem Personal. Eine Branche, in der das Großherzogtum besonders auf gut ausgebildete Kandidaten angewiesen ist, ist die Gesundheitsbranche. Wer in diesen Berufen arbeiten möchte, sieht sich jedoch verschiedenen behördlichen Herausforderungen gegenüber.

“Es gibt immer mehr Menschen, die ihre Ausbildung in einem Gesundheitsberuf außerhalb der Europäischen Union abgeschlossen haben und ihr Können in den Dienst der Luxemburger Gesellschaft stellen wollen”, so der Abgeordnete Sven Clement (Piraten) in einer parlamentarischen Anfrage. Er lässt offen, ob damit Luxemburger gemeint sind, die beispielsweise in den USA oder Australien studiert haben, oder Einwanderer aus Drittstaaten. “Es gibt jedoch nach wie vor viele Hürden, die diese Menschen überwinden müssen”, so Clement. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels sei das eigentlich ein Unding, findet der Abgeordnete.

Einige Berufe im Gesundheitssektor unterliegen strengen Regelungen, erklärt die Hochschulministerin Stéphanie Obertin. Um einen solchen Beruf ausüben zu können, ist eine Zulassung des Ministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherheit erforderlich.

Weniger streng als die EU

Zunächst müssen Kandidaten ihre Qualifikation (also ihr Diplom), das sie in einem Drittstaat erworben haben, in Luxemburg anerkennen lassen. Die Ministerin betont, dass Luxemburg hierbei sehr großzügig ist. Das reformierte Gesetz aus dem Jahr 2016 ist umfassender als die zuständige Europarichtlinie. Qualifikationen aus Drittstaaten werden in Luxemburg quasi gleichwertig mit denen aus der EU anerkannt, so Stéphanie Obertin. “Auf dieser gesetzlichen Grundlage ist eine Anerkennung von Diplomen aus Drittstaaten möglich, die nicht in allen EU-Ländern der Fall ist.”

Mit einer wichtigen Ausnahme: Luxemburg kann nur solche Berufe anerkennen, für die es auch eine entsprechende Ausbildung im Land gibt. Es braucht eine nationale Ausbildung, um ihr Ausbildung aus einem Drittstaat gleichstellen zu können. Dies gilt beispielsweise für Zahnärzte und Tierärzte. In solchen Fällen müssen Kandidaten ihr Diplom in einem anderen EU-Staat anerkennen lassen, damit das Großherzogtum diese Anerkennung wiederum anerkennen kann. Eine So einfach ist das!

Um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten, müssen die Kandidaten “beweisen“, dass sie die notwendige Fachkompetenz besitzen, um ihren Beruf auszuüben. Da der gelehrte Stoff von Land zu Land sehr unterschiedlich sein kann, werden nicht immer alle Diplome sofort anerkannt. In einigen Fällen müssen die Kandidaten sowohl einen theoretischen als auch einen praktischen Test ablegen, um ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, fügt die Ministerin hinzu.

Die Sicherheit der Patienten hat für die Ministerin oberste Priorität. Daher könne sie sich eine weitere Vereinfachung des Verfahrens nicht vorstellen.

 

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