Sam Tanson hat das Projekt in die Wege geleitet, Elisabeth Margue hat es zu Ende geführt: Das neue luxemburgische Adoptionsgesetz hat zwei Mütter. Die alte und die neue Justizministerin haben damit zur Modernisierung eines Teils des Zivilgesetzbuches beigetragen. Tatsächlich haben sie es an die Vielfalt der heutigen Eltern anzupassen, die ein Kind auf administrativem Wege aufnehmen wollen, bevor emotionale Bindungen geknüpft werden.

In einem ersten Schritt wurde der Zugang zur Adoption auf Lebenspartner, Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, homosexuelle Paare und Alleinstehende ausgeweiten. Kein Gesetz mehr, das nur Ehepaaren offensteht – wie das fast ein halbes Jahrhundert lang der Fall war  (seit 1959, um genau zu sein).

Der von Elisabeth Margue vorgeschlagene Text spiegelt somit “alle Arten von Familie wider, die es heute gibt“.

Die Reform, die nur von den 5 ADR-Abgeordneten (aus 60 Abgeordneten) abgelehnt wurde, beschäftigt sich auch mit dem Altersunterschied zwischen Adoptiveltern und Adoptivkind. Bis dahin wurde die Regel eines Mindestalters von 15 Jahren strikt eingehalten. Der neue Text sieht nun vor, dass der Richter “aus triftigen Gründen” von dieser Altersvoraussetzung abweichen kann. Auch dies sollte es mehr Menschen ermöglichen, den Schritt zu wagen.

Der Text lässt auch Raum für das minderjährige Adoptivkind, das selber Entscheidungen  treffen kann. “Es wird zu einem aktiven Teil des Adoptionsprozesses”, versichert das Ministerium. Von nun an muss das reife Kind also seine Zustimmung zur Adoption geben. Bisher galt dieses “Recht” nur für Jungen und Mädchen ab 15 Jahren.

Von nun an wird auch die Adoption von Stiefkindern einfacher. Dabei handelte es sich um die “einfache Adoption”, bei der der die Jugendlichen eine rechtliche Bindung zu ihrem ursprünglichen Elternteil und ihrer leiblichen Familie behalten. Und das, obwohl der Adoptivvater oder die Adoptivmutter bisher nicht automatisch die elterliche Sorge erhalten haben. Auch hier wird alles neu gemacht.

Für Elisabeth Margue waren all diese Veränderungen notwendig, damit endlich “jeder, der in der Lage ist, einem Kind eine stabile und liebevolle Familie zu bieten“, im Großherzogtum adoptieren kann.

 

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