Wenn der Denkmuskel trainiert wird, klappt es in der Schule
Veröffentlicht
von
Yves Greis
am 26/02/2025 um 17:02
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Für viele Schüler in Europa markieren die Karnevalsferien die Mitte des Schuljahres. Für viele Schüler ist es ein Moment, sich auszuruhen und einmal nicht an den Schulstoff zu denken. Für einige Schüler und ihre Eltern ist es aber auch eine stressige Zeit, wenn schlechte Noten wie ein Damoklesschwert über den Schülern schweben und vielleicht sogar die Versetzung gefährdet ist. “Es ist nie zu spät”, sagt Adrianna Chindamo, Direktorin des privaten Nachhilfeinstitutes Reussit’School in Luxemburg. Ihre Devise lautet “den Schülern beibringen, wie man lernt”. So können sie selbst ihren schulischen Erfolg gestalten.
“Eltern sollen ihren Kindern ein Coach sein”, erklärt sie. Sie sollen die Kinder positiv ermutigen, regelmäßig zu arbeiten und ihnen dabei helfen, selbstständig zu lernen. Die Holzhammermethode führt nicht zum gewünschten Erfolg. Es geht vielmehr darum, die Kinder “in Richtung Autonomie zu schubsen”. Diese Autonomie sollten Kinder eigentlich bereits früh lernen. Das passiert aber nicht immer hat sie beobachtet.
Klar, dass nicht alle Schüler Bock darauf haben, sich regelmäßig mit Bruchrechnen, Ableitungen und dem Periodensystem zu beschäftigen. Besonders seit Covid seien viele Kinder nicht mehr gewohnt, regelmäßig zu lernen, sondern würden nur kurz vor Prüfungen den Schulstoff wiederholen.
Sportmethaphern
Viele sportbegeisterte Schüler verstehen sofort, wenn Chindamo ihnen erklärt, dass ein Spiel am Wochenende nicht ohne ein regelmäßiges Training unter der Woche zu gewinnen ist. Genau so verhalte es sich mit Mathematik, erklärt sie. Ein regelmäßiges Training mit den Zahlen und Formeln ist wichtig, um in der Prüfung gut abzuschneiden. “Man muss den Schülern erklären, dass sie im Auge haben müssen, wann ihre Prüfungen sind und sich lange genug im Voraus darauf vorbereiten – und dass sie regelmäßig trainieren.”
Das ist für viele Eltern nicht einfach, gesteht Adrianna Chindamo ein. Zum einen zeitlich nicht, wenn die Eltern berufstätig sind. Zum anderen gibt es Luxemburg auch öfters Sprachprobleme. “Wenn die Eltern eine Sprache nicht verstehen, dann können sie den Kindern nicht nur nicht in diesem Sprachunterricht helfen. Sie können auch in den Fächern nicht helfen, die in dieser Sprache unterrichtet werden.” Gemeint sind etwa Physik, Mathematik oder Biologie.
Das luxemburgische Schulsystem sieht eine Reihe von Mechanismen vor, um den Schülern, die schlechte Leistungen erbringen, zu helfen. An erster Stelle steht die Nachhilfe in der Schule. Die Lehrer müssten eigentlich die Probleme ihrer Schüler erkennen und der Klassenlehrer müsste Kontakt mit den Eltern aufnehmen, um darüber zu sprechen. Dann kann das Kind vom Nachhilfeangebot der Schule profitieren (manchmal sogar obligatorisch). Erst danach soll private Nachhilfe in Anspruch genommen werden.
“Wir sagen den Kindern immer, sie sollen den Nachhilfeunterricht in den Schulen und Lyzeen besuchen. Er hat Priorität.” Die Direktorin von Reussit’School ist formell: “Diese Kurse sind sehr gut gemacht und werden von den Lehrern und Klassenlehrern selber gehalten.” Erst danach sollten Schüler und Eltern über privaten Nachhilfeunterricht nachdenken. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn viele Grundlagen gefestigt werden müssen. “Wir bieten hier maßgeschneiderte Kurse für die Schüler an. Das erlaubt es im Rhythmus des Jugendlichen zu arbeiten und ihm zuzuhören.”
Grundlagen festigen
Oft seien es sogar die Lehrer, die Schüler ans Herz legen, ihr privates Nachhilfeinstitut zu besuchen, erzählt Adrianna Chindamo. In vielen Fällen arbeiten die Lehrer sogar mit ihrem Team zusammen, um herauszuarbeiten, welche Hilfe für den Schüler angebracht ist und welchen Schulstoff er oder sie nachholen muss. Das Institut existiert seit 2005. Derzeit betreuen die knapp über 100 Lehrer der Reussit’School rund 1000 Schüler an zwei Standorten in Luxemburg-Stadt. Zu Erinnerung: In Luxemburg besuchen rund 62.500 Schüler eine Grundschule und 53.700 Schüler eine Sekundarschule.
“Wir festigen die Grundlagen, aber wir bringen den Schülern auch bei, wie sie lernen müssen und machen die Jugendlichen damit selbstständig”, so die Direktorin von Reusit’School, Adrianna Chindamo.
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